Katzenschutzbund Koeln e.V.

Ernährung

Katze richtig füttern – gesunde Ernährung leicht gemacht

Die richtige Ernährung legt den Grundstein für ein langes, gesundes Katzenleben. Viele Katzenhalter sind unsicher, welches Futter gut ist, wie viel die Katze überhaupt braucht und ob Trockenfutter sinnvoll ist. Hier bekommst du einen klaren Überblick – basierend auf aktuellen tiermedizinischen Empfehlungen und unseren Erfahrungen aus vielen Jahren Katzenarbeit.

Was Katzen wirklich brauchen – die wichtigsten Grundlagen

Katzen sind reine Fleischfresser. Ihr Körper ist darauf ausgelegt, Energie aus tierischen Proteinen und Fetten zu gewinnen – nicht aus Getreide oder Zucker. Auch Flüssigkeit nehmen Katzen in der Natur hauptsächlich über Beutetiere auf. 

Deshalb sollte Futter grundsätzlich:

„Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Katzen Milch brauchen. Die meisten erwachsenen Katzen sind laktoseintolerant – bitte keine Kuhmilch füttern.“

Gefährliche Lebensmittel

Viele Lebensmittel, die für Menschen völlig unproblematisch sind, können bei Katzen zum Beispiel schwere Vergiftungen, Magen-Darm-Beschwerden oder Organschäden verursachen. Diese Dinge dürfen Katzen daher nicht fressen:

„Essen für Menschen ist für Katzen meist ungeeignet – viele Gewürze sind giftig oder schwer verdaulich.“

Nassfutter – die beste Basis für gesunde Katzen

Tierärzte und Ernährungsexperten empfehlen hochwertiges Nassfutter als Hauptnahrung. Durch den hohen Feuchtigkeitsanteil unterstützt es Nieren und Harnwege, sättigt besser und reduziert das Risiko für Übergewicht. Hochwertiges Nassfutter enthält außerdem meist deutlich mehr Fleisch und ist für Katzen als Fleischfresser die artgerechteste Futterform. 

Woran du gutes Nassfutter erkennst:

Taurin ist für Katzen ein lebenswichtiger Nährstoff, den sie nicht ausreichend selbst bilden können. Ein gutes Katzenfutter enthält deshalb immer zusätzliches Taurin, um Herz, Augen und Stoffwechsel zu unterstützen.

Tipp: Je genauer die Zutaten benannt sind, desto hochwertiger ist das Futter. Aussagen wie „4% Huhn“ sagen kaum aus, wie viel Fleisch wirklich enthalten ist. Besser ist eine klare Deklaration wie z. B. „70% Huhn (Brust, Herz, Leber), Fleischbrühe, Mineralstoffe, Taurin“

Trockenfutter – nur als Ergänzung, nicht als Hauptfutter

Trockenfutter enthält sehr wenig Feuchtigkeit. Katzen, die vor allem Trockenfutter fressen, trinken meist nicht genug, um diesen Verlust auszugleichen. Das kann langfristig das Risiko erhöhen für:

Tipp: Für Spiele, Suchfutter oder Intelligenzspiele eignet sich Trockenfutter hervorragend.

BARF – roh füttern, aber sicher

BARF bedeutet „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ und basiert darauf, Katzen mit rohem Fleisch zu füttern – ergänzt um Mineralstoffe und Vitamine. Grundsätzlich kann diese Art der Fütterung funktionieren, sie erfordert jedoch viel Wissen und eine sorgfältige Planung.

„Rohes Fleisch allein reicht nicht aus – die Nährstoffversorgung muss exakt abgestimmt sein.“

Ein ausgewogenes BARF-Rezept orientiert sich an den Richtlinien der FEDIAF, dem europäischen Verband, der vorgibt, welche Nährstoffe Katzen täglich benötigen. Fehler in der Zusammenstellung können zu Mangelerscheinungen oder einem unausgeglichenen Calcium-Phosphor-Verhältnis führen. Auch die Hygiene ist wichtig, da Keime wie Salmonellen bei rohem Fleisch schneller zum Problem werden können.

„BARF kann eine gute Option sein – aber nur für Menschen, die sich wirklich intensiv einarbeiten möchten. Für viele Halterinnen und Halter ist hochwertiges Nassfutter die einfachere und sicherere Lösung im Alltag.“

Wie viel Futter braucht eine Katze?

Eine ausgewachsene Katze mit etwa 4–5 kg Körpergewicht benötigt im Durchschnitt ca. 200–250 g hochwertiges Nassfutter pro Tag. Dabei handelt es sich um einen Richtwert, denn jede Katze ist anders: Alter, Aktivität, Gesundheitszustand und Futterqualität beeinflussen, wie viel sie tatsächlich braucht.

„Die optimale Futtermenge ist immer individuell. Alter und Gesundheitszustand sind besonders wichtig – beobachte aber auch Gewicht, Aktivität und Appetit deiner Katze.“

Kätzchen haben einen sehr hohen Energiebedarf. Sie sollten mehrmals täglich fressen dürfen – in den ersten Monaten sogar so viel, wie sie möchten.

Ältere Katzen benötigen hingegen oft etwas weniger Energie, gleichzeitig aber leicht verdauliches Futter. Viele Senioren profitieren von kleineren, häufigeren Mahlzeiten. Regelmäßige Gewichtskontrollen helfen, ungewollte Abnahme früh zu erkennen.

Tipp: Mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt entsprechen dem natürlichen Fressverhalten von Katzen und unterstützen eine gesunde Verdauung.

Futterumstellung – so klappt der Wechsel

Viele Katzen reagieren sensibel auf Veränderungen im Futternapf. Am besten beginnst du damit, nur eine winzige Menge des neuen Futters unter das gewohnte zu mischen. Danach erhöhst du den Anteil täglich ein kleines bisschen – so kann sich deine Katze langsam an Geschmack, Geruch und Konsistenz gewöhnen. Mit dieser Methode dauert eine erfolgreiche Futterumstellung meist ein bis drei Wochen.

„Eine sofortige Futterumstellung ist nur dann sinnvoll, wenn der Tierarzt es aus gesundheitlichen Gründen ausdrücklich empfiehlt.“

Tipp: Füttere verschiedene Marken im Wechsel. Dann bist du nicht von einer Sorte abhängig.

Trinken – so animierst du deine Katze zu mehr Wasser

Katzen trinken nicht gern neben ihrem Futterplatz und bevorzugen Wasserquellen, die räumlich getrennt sind. So motivierst du deine Katze:

Tipp: Ein zweiter Wasserplatz auf dem Fensterbrett oder der Kommode funktioniert oft erstaunlich gut.

Checkliste – das Wichtigste zur Katzenernährung

Gut für deine Katze:

Vermeiden:

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